Mars kaufte Foodspring 2019 und sagte zu, die Marke bleibe ein eigenständiges Unternehmen unter Führung der Gründer. Keine zwei Jahre später stiegen die Gründer aus, drei CEOs folgten. Zum 30. Juni 2025 wurde die Foodspring GmbH geschlossen.
Was gekauft wurde
Am 27. Juni 2019 gab Mars Edge, die Ernährungssparte des Konzerns hinter Snickers und M&M’s, die Übernahme der Mehrheit an Foodspring bekannt. Laut WirtschaftsWoche zahlte Mars über 210 Mio. EUR; der Konzern selbst hat den Preis nie genannt. Die Zusage stand in der Pressemitteilung: Foodspring bleibe ein eigenständiges Unternehmen innerhalb von Mars Edge, geführt von den Gründern Philipp Schrempp und Tobias Schüle.
Die Gründer nannten, was sie sich von Mars erhofften: Zugang zu globaler Infrastruktur, zu Marketing und zu wissenschaftlicher Expertise. Foodspring hatte 2019 knapp 55 Mio. EUR Umsatz gemacht.
Warum: die Value Proposition
Mars Edge nannte drei Dinge, die Foodspring mitbringe: digitales Know-how, Markenführung und Lebensmittelinnovation. Die Sparte war gegründet worden, um Ernährung und Gesundheit zu verbinden; Foodspring sollte laut Pressemitteilung Erkenntnisse über Konsumenten liefern, mit denen Mars Edge personalisierte Ernährung voranbringen wollte. Dahinter stand ein Geschäftsmodell, das Mars nicht hatte. Foodspring verkaufte Proteinriegel, Shakes und Müsli über den eigenen Onlineshop direkt an Endkunden, warb über Social Media und digitale Kanäle, deren Wirkung sich sofort messen lässt, und konnte neue Produkte schnell testen. Mars verkauft über Supermärkte und Drogerien.
Der Wert lag nicht in den Produkten. Er lag in der Beziehung zu den Kunden und in dem Tempo, mit dem die Marke auf sie reagierte.
Was danach geschah
Bis dahin lief es gut: Foodspring hatte von der Nachfrage nach Fitnessprodukten in der Pandemie profitiert, deutsche-startups.de nannte für 2020 einen geplanten Umsatz von 88 Mio. EUR. Im März 2021, keine zwei Jahre nach dem Kauf, stiegen die Gründer aus. Mars übernahm ihre restlichen Anteile, laut WirtschaftsWoche für 43 Mio. EUR. Schüle sagte, man glaube, den richtigen Moment für die Übergabe an Gerrit Meier erreicht zu haben. Meier kam vom Red Bull Media House.
Die Zahlen blieben hinter den Erwartungen zurück. 2022 lag der Umsatz laut WirtschaftsWoche bei 84 Mio. EUR, unter dem Vorjahr. 2023 fiel er um rund ein Viertel; 36 Stellen wurden gestrichen. Berichte nannten höhere Werbekosten, weniger Besucher auf der Website und sinkende Bestellungen. Im selben Jahr wurde Christian Bubenheim CEO – laut WirtschaftsWoche der dritte seit dem Ausstieg der Gründer.
Ende Februar 2025 informierte Bubenheim die Geschäftspartner per Brief über die Schließung der Foodspring GmbH und verwies auf die Veränderungen im Marktumfeld. Letzter Geschäftstag war der 30. Juni 2025. Rund 220 Beschäftigte verloren ihre Stelle. Mars hat darüber hinaus keine Gründe genannt.
Sechs Jahre nach dem Zukauf gibt es die Marke nicht mehr. Die Begründung des Käufers spricht vom Markt. Über die Führungswechsel, die dem Ende vorausgingen, spricht sie nicht.
Nach reiflicher Überlegung und mit Blick auf die vielfältigen Veränderungen in diesem dynamischen Marktumfeld haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, die Foodspring GmbH zu schließen.
— Christian Bubenheim, CEO Foodspring, Brief an Geschäftspartner, Februar 2025